Bergbau, Bier und Baumriesen

Der Rundweg (inkl. Zuweg) führt durch die Schatzkammer des Giebelwaldes. Erzvorkommen, wertvolles Quellwasser und eine ausgeklügelte Holzwirtschaft sind typisch für die okale Kulturgeschichte. Infotafeln am Weg erzählen davon. Bereits seit 1885 wird aus dem Quellwasser Bier gebraut. Reste der eisenzeitlichen La-Tène-Öfen und uralte Hohlwege zeugen von der Jahrtausende alten Besiedelung und Nutzung von Bodenschätzen, Quellen und Wald

Hier geht's lang auf dem ERZQUELLWEG

Der Startpunkt ist an der bekannten und zugleich traditionsreichen 1 - Erzquell-Brauerei. Wir folgen zunächst dem Zuweg mit dem Wanderlogo "weißes S auf gelbem Grund" zum Beginn des ERZQUELLWEGs, der als Erlebnisweg Sieg mit "weißem S auf rotem Grund" durchweg markiert ist.

Übersicht: Der ERZQUELLWEG

Auf der Mitte der Wegstrecke zwischen Niederschelderhütte und Mudersbach entspringt aus einem eingefallenen Stollen, der im Volksmund auch Rabenstollen genannt wird, das 2 - "Grenzbächlein". Gönnen Sie sich eine erste Verschnaufpause mit erfrischendem Quellwasser.

Wir gelangen auf unserer Wanderung weiter zur 3 - Mariengrotte. Die Idee, diese Grotte zu bauen, stammte von Frau Elisabeth Mockenhaupt in Mudersbach. 1924 hatte der älteste Sohn Albert mit dem Bau begonnen. Die Grotte wurde auf der Südseite der sogenannten Mailey in zehn Meter Höhe in den Felsen gebaut. Die Steine für den Bau der Grotte wurden von Frauen, Männern und Kindern von der Grube Storch und Schöneberg unter großen Mühen herbeigeschafft. Diese Steine waren für die Verhüttung nicht geeignet, da sie nur wenig Erz und Quarz enthielten. An Pfingsten 1925 fand unter reger Beteiligung der Bevölkerung die feierliche Einweihung mit Segnung der Statue "unserer lieben Frau von Lourdes" durch Pfarrer Masson statt. Johannes Masson wurde am 05.12.1870 in Prüm geboren und war von 1907 bis 1925 Pfarrer in Mudersbach. Zur Grotte in Mudersbach finden regemäßig Prozessionen von der Pfarrkirche mit anschließender Andacht statt.

Der ERZQUELLWEG führt uns weiter durch das 4 - Ölsbachtal mit ungewöhnlichen Plateaus, die heute als Viehweide genutzt werden.

Mitten im Giebelwald entdecken wir den 5 - Erzquellstollen, Tiefer Stollen Grubenfeld "Junges Eichhorn", über welchen die ersten Aufzeichnungen auf das Jahr 1897 zurückzuführen sind. Der Stollen geht über mehrere hundert Meter in den Berg hinein. Auf den ersten 30 Metern hat er eine Abmauerung mit einer Höhe von ca. 80 cm. Früher bemühte man sich um den Silber-Abbau, der jedoch wenig ertrag brachte und deshalb eingestellt wurde. Im Jahr 1902 übernahm die ERZQUELL-Brauerei den Stollen, aufgrund dessen er seinen heutigen Namen erhielt. Das Wasser ist biologisch keimfrei und sehr weich, daher eignet es sich hervorragend zum Bierbrauen. Über eine 4 km lange Leitung wird das angestaute Wasser zur ERZQUELL-Brauerei geleitet. Der Giebelwald ist Teil des Rheinisch-Westfälischen Schiefergebirges. Das Gestein filtert das Wasser, die Wasserqualität ist hervorragend.

Die Kelten schürften das Erz im Tagebau und schmolzen es in den 6 - "La-Tène-Öfen" zu Eisen. Eine dieser Fundstellen liegt auch an diesem Standort vor uns. 1957 fanden in einem rekonstruierten La-Tène-Ofen Schmelzversuche statt.

Nützliche Links

Tourist-Information der Verbandsgemeinde Kirchen (Sieg)

Naturregion Sieg

Erzquell-Brauerei

Wanderkarte als PDF